Archive for the Category »Kurzgeschichten «
Liebe Liebende, liebe Leser,
ich präsentiere den zweiten Platz des Schreibwettbewerbs der AStAs der Universität Wuppertal. Das hört sich natürlich alles glorreicher an, als es ist, denn der Schreibwettbewerb ist eigentlich niemandem aufgefallen, sodass es auch nur zwei Teilnehmer gab. Die Siegergeschichte erscheint dann in der n.n. und jetzt schon online. Hier nämlich.
Ansonsten war es allerdings ein lausiger Schreibwettbewerb. Die Kommunikation war grauenhaft. Eigentlich wurde die ganze Zeit nur die andere Autorin informiert, wie der Stand der Dinge war. Ausgrenzung hat viele Gesichter, meine Freunde.
Diese Kurzgeschichte ist auch auf der Asta-Seite der Bergischen Universität Wuppertal verlinkt. Der Link klappt allerdings nicht mehr. Da ich gerade in Zombielaune bin, soll die Geschichte auch hier einen Platz finden. ![]()
Dann viel Spaß (oder auch nicht) bei der Lektüre der Eiskalten Zombieherzen.
Als ich das warme Haus verließ war die Kälte wie ein Schock. Tausend kleine Eisnadeln stachen mir ins Gesicht. Ich zog den Wollschal über die Nase und schauderte, dachte aber gleichzeitig an die Vorteile des frostigen Wetters. Unser Radius wurde wieder etwas größer. Ein Blick auf das Außenthermometer zeigte, dass die Temperatur bei –15 Grad lag. Es war früh am Morgen, es würde vielleicht noch ein wenig wärmer werden, aber nicht viel. In die verlassenen Außengebiete zu gehen und dort nützliche Dinge zu sammeln war also relativ sicher. Dinge, die uns fehlten, da der letzte richtig kalte Winter eine Ewigkeit zurücklag. Zumindest kam es uns so vor. Vieles fehlte uns, vor allen Dingen Nahrung.
Ich blickte auf unsere kleine Gruppe, die aussah, als ob sie eine Expedition zum Mount Everest plante. Wir trugen alle Schneeanzüge, Springerstiefel und jeder von uns war ausreichend bewaffnet. Die Gruppe sammelte sich vor den Gebäuden und ging durch die Siedlung, vorbei an den jetzt brachliegenden Feldern, die einst, in besseren Zeiten, Gärten gewesen waren. Jetzt baute man Kohl und Kartoffeln an. more…
Der Dahlmann hat mir sozusagen die virtuelle Schreibfeder zugeworfen, auf dass ich die Geschichte, die er und die unten genannten mir Unbekannten bereits begonnen haben, weiterführe. Das werde ich tun.
Himmelschwarz
Konna
Feronia
Hannah
Chris
Hakan
Chaosmacherin
Rumi
pVt_m4sTeR
Eglathôlion
Jetzt noch kurz die Regeln, danach geht’s endlich los. ![]()
Jeder schreibt so viel er möchte, einen Satz, oder zwei oder auch einen oder mehrere Absätze und reicht den Gesamttext dann an eine Person weiter, und so soll bis zum 24. eine Geschichte entstehen. Lustig, traurig, besinnlich, eigenartig, kritisch oder von allem ein Bisschen was. Dem Ganzen sind keine Grenzen gesetzt.
Bitte verknüpft immer diejenigen, die vor euch das Stöckchen hatten, damit die Story nicht „verloren“ geht.
Sie würde wieder zu spät kommen, sie wusste es, aber was konnte sie denn schon dafür, dass ihr der verdammte Bus vor der Nase davongefahren war? Der dämliche Busfahrer hätte ja auch kurz warten können und nicht noch extra auf die Tube drücken müssen. Wenn es nicht auch noch so schrecklich kalt wäre. Sie hüpfte von einem Bein auf das andere und versuchte sich mit Gedanken an den Sommer zu wärmen. Doch sommerliche Gedanken waren bei diesen Temperaturen und dem Anblick von abertausenden LEDs, die Weihnachtsmänner, Rentiere, Geschenkepäckchen, Christbäume und anderen Weihnachtskitsch bildeten, nicht einfach. more…
Die Schmitt, die gerade noch in glühweinseliger Verklärtheit den Tisch umklammert hatte, öffnete, durch das Spiel einer Blockflöte aufgescheucht, hektisch die Äuglein. Offensichtlich war sie auf einer Weihnachtsfeier und offensichtlich war der Dahlmann schuld, der mit zufriedenem Gesicht neben ihr saß. Nun gut, jetzt galt es zu vertuschen, dass man offensichtlich vergessen hatte, wo und warum man hier war. Unauffällig sein, ja, das war die Lösung. Die Schmitt eierte Richtung Toilette und stieß fast mit jemandem zusammen. Nein, es war nur die Statue der Mutter Maria mit dem Jesuskind. Die tut ja nix. Deswegen lächelte die Schmitt der heiligen Jungfrau zu. Sie zwinkerte zurück. Dass man die sanitären Anlagen aufsuchte und nicht die Straße verunreinigte, war schließlich eine gute Tat.
Zurück am Tisch bemerkte die Schmitt, dass erneut die Blockflöte gespielt wurde. „Gniii“, entfuhr es der Schmitt, denn als das Spiel einsetzte, fuhr eine Stripteasestange aus der Decke. An ihr rutschte eine dickliche Putte herab, die mit Flügeln und einer Pampers ausgestattet war. Die Schmitt war nahe genug, um das Label der Windel zu erkennen. Die Schmitt rüttelte, aufgrund diverser Phobien, panisch am Dahlmann. „Schmitt, die spielen doch“, kam es von ihrem gleichgültigen Gefährten. Die Schmitt musste nun allein zusehen, wie der kleine dicke Engel kopfüber an der Stange herabrutschte. Seine pummeligen Füße wiesen in Richtung Decke, sein Lächeln wirkte satt und zufrieden. Er setzte mit seinem Windelhintern auf dem Tisch auf und gluckste und gackerte fröhlich. Dann schritt er, mit dem Selbstbewusstsein einer Person, die jedes ihrer Pfunde liebt, über den Tisch und streute unbemerkt Glitzer auf die Gäste. Manchmal wedelte er rhythmisch mit dem Hintern vor den Gesichtern der Anwesenden herum – was wirklich schwierig bei Oh, du Fröhliche ist. Dann wandte er sich der Schmitt zu. Er sprach mit der quakigen Stimme eines Kleinkindes: „Siehe, ich verkünde Dir eine…“ – „Gniiii“, rief die Schmitt, die wieder Angst bekam. „… Botschaft“, versuchte die Putte die Botschaft an die Frau zu bringen. Die Schmitt, neugierig geworden, schwieg. „Verwechsle nie die blaue mit der roten Keksdose“, riet die dralle Putte. Alles verschwamm.
Die Schmitt erwachte durch Gerüttel. Die Kekskrümel pieksten fürchterlich. Eine geöffnete Dose stand auf dem Tisch. „Das ist die falsche Dose, Schmitt“, klagte der Dahlmann und rüttelte an der Schmitt, die sich röchelnd übergab. „Guck Dir die Sauerei an, Schmitt.“ Tadelnd deutete der Dahlmann auf das Wohnzimmer, das überall mit goldenem Glitzer ein ein paar weißen Federn dekoriert war. Die Schmitt hörte noch ein gackerndes Lachen, das sich schnell entfernte.
Fröhliche Weihnachten dann euch allen und Friede auf Erden.

Der Geist der Weihnacht von Mirja Schmitt steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.
Diese Geschichte ist einer Freundin gewidmet.
Der Vorsitzende des Hohen Rates trat vor die Menge. Der Vollmond beleuchtete den Schauplatz. Er blickte in alte und junge Gesichter, manche waren noch voller Hoffnung, manche trugen schon den abgenutzten Ausdruck, der von einem langen und freudlosen Leben zeugte. Lautes Scherengeklapper setzte ein, um den Vorsitzenden zu grüßen. Wie fast alle seiner Art trug er eine Frisur, die an einen Kakadu oder an einen ähnlich gearteten Vogel erinnerte. Seine Haut war braun und sah aus wie altes Leder. Er blickte gerührt in die Menge und begann zu sprechen. Das rituelle Geschichtenerzählen war das Privileg des Ältesten.
„Fast jeder von uns kennt sicherlich die Geschichte unseres Berufstandes. Heute sind wieder einige Junge hier, die die Geschichte noch nicht kennen.“ Er deutete auf einige junge Personen, die sich nervös zusammenkauerten und hohläugig einige ihrer Haare auffraßen. „Auch die Jüngsten müssen wissen, wie es zu dem schrecklichen Schicksal unserer Art kam.“ Er richtete sich an die Anwesenden: „Ist es nicht so, meine Freunde?“ Ein Geklapper und Seufzen ertönte, man konnte einen Hauch von Peroxid riechen. “So ist es, so ist …“, raunte die Menge.
Er begann zu erzählen: more…
Darauf hat die Menschheit, also ihr alle, bestimmt schon ungeduldig gewartet: ![]()
Die Zombiegeschichte der Schmitt ist in der neuen Astazeitung zu lesen. Genau hier.
Es muss jedoch gesagt werden, dass die Schmitt einen Wettbewerb gewonnen hat und für keinen der Artikel verantwortlich ist. Besonders gruselig findet die Schmitt den Artikel von Beate Steinbach, in dem Fußballfans und Nazis in einen Topf geworfen werden: „Wenn zu jedem Kasten Bier eine Deutschlandflagge verschenkt wird… Wenn statt bunten Gummibärchen nur noch schwarze, rote und goldene zu kaufen sind… Wenn nächtelang hupende Autos durch die Städte fahren… Wenn in der ganzen Innenstadt tausende Deutschlandflaggen wehen… Wenn Nazis in den Straßen der Stadt feiern… dann ist Fußballweltmeisterschaft der Männer!“ more…
Lange hat die Schmitt hier geschwiegen, doch untätig war sie nicht.
Zum einen wurde ein neuer Essay zum Thema “Zwillingsinzest in der mittelalterlichen Literatur und in der modernen Rezeption”, zum anderen eine Kurzgeschichte für den Schreibwettbewerb des Astas “Wettergeschichten” geschrieben. Die Preisverleihung des Schreibwettbewerb war heute und die Schmitt bekam den ersten Preis (Buchgutschein für Thalia) nach dem Vorlesen in die schweißnassen Pfoten gedrückt. Die Gier nach Büchern und literarischer Anerkennung wurde also gestillt.
Die Geschichte wird in der nächsten Astazeitung veröffentlicht und in Bälde hier hochgeladen werden.
Doktor Tod duckte sich hinter seinen Aktenschrank und zerrte gleichzeitig an seinem Freund Vampiro, der leichtsinnigerweise noch wie ein Ölgötze dastand. Fassungslos musste er zusehen, wie Asmodina, die Tochter des Teufels, wie eine Gestörte in seinem Labor wütete. Dabei hatte er doch nur einen kleinen Scherz gemacht … more…
Sinistro hatte nach dem misslungenen Date noch tagelang geweint, aber Doktor Tod hatte eine Idee. Er sagte, dass er eine Seite im Internet kenne, wo die Leute wirklich auf Schmerzen stünden. Begeistert begab Sinistro sich dorthin. Er befürwortete die Sklaverei und war froh, dass sie anscheinend neue Anhänger gefunden hatte. Viele Arbeitgeber betrieben heutzutage zwar „Lohnsklaverei“, was clever, aber nicht dasselbe war. Nach ein paar Tagen hatte Sinistro sein erstes Date. Sie nannte sich „Lucrezia“. Er kannte einst eine Lucrezia, aber er hatte Probleme mit deren Vater gehabt … more…
Sinistro, der Vampir, fand sich, kurz nach dem Aufstehen, in einem modernen Tanzlokal wieder, wo er einer dunkel gekleideten Schönheit gegenübersaß. Er hatte ihr eine Botschaft geschrieben und sie hatte geantwortet. Das freute den Vampir, der auf der Suche nach einer Gefährtin war, mit der er die Nacht durchstreifen und unsicher machen konnte. Dankbar dachte er an seinen Freund Vampiro del Mar, der ihm den Tipp mit dem Internet gegeben hatte. Doktor Tod hatte ihm dann geholfen, seinen Computer zu kaufen und ihn auch angeschlossen. Für irgendetwas musste so ein Doktortitel ja auch gut sein. more…


