Archive for the Category »Gesellschaft «

Avaritia non pruriosa est – oder warum Geiz echt ungeil ist

Eigentlich sollte jedem klar sein, dass man in der Regel für Rotz nur Rotz zurückerhält. Das ist ein Naturgesetz. Der Stein der Weisen, der buchstäblich aus Scheiße Gold machen kann, ist wirklich nur eine Legende. Und eigentlich schreibe ich diesen Blogeintrag auch nur, um LIDL zusätzlich einen reinzuwürgen. 😉
Die Hauptarbeit hat der wackere Undercoverkämpfer Günther Wallraff schon übernommen, wie man hier lesen kann. Danke, Günther. 😉

Mir ist allerdings unverständlich, wie Menschen, die nicht wirklich arm sind (ja, auch Studenten) alles immer nur schön billig haben wollen. So! 😉

Wuppertal brennt – Hörsaal 21 ist besetzt

Puh, das hört sich wirklich militant an. Was ist denn geschehen? Brennen Mülltonnen? Werfen vermummte Irre Steine?

Nein, eben nicht. Bei dem zweiten Wuppertaler Bildungsstreik wird für die schönste Hauptsache der Welt gestritten und zwar für die Bildung. Diese musste unter der Einführung des Bachelor/Mastersystems ganz schön leiden. Das liegt unter anderem daran, dass das Studium extrem verkürzt wurde und die konstruktive Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten stupidem Auswendiglernen weichen musste. Wer mit diesem Lernpensum noch arbeiten muss, hat die sprichwörtliche „Arschkarte“ gezogen. Zu dem Prüfungsdruck kommt noch der Kampf mit den Formalitäten, den die Schmitt auch schon erleben musste. Durch die Gnade des früheren Abiturs war es der Schmitt allerdings möglich, sich noch in dem für Geisteswissenschaften besser geeigneten Magisterstudiengang einzuschreiben. Ende 2011 wird er aber endgültig sein Ende finden. 🙁 more…

„Nicht in der Öffentlichkeit“ – oder „Der Saunabesuch“

Die Schmitt geht gern in die Sauna. Es ist gesund, das Bindegewebe wird gestrafft, und alles riecht lecker.
Die Ruhebereiche bieten Oasen der Entspannung, das alles ist sozusagen der Urlaub des kleinen Mannes –- oder aber der kleinen Frau. 😉

Es könnte aber das Paradies sein, wenn die Saunaregeln oder zumindest die normalen Regeln des Anstandes eingehalten würden. Der Umgang mit anderen Menschen will gelernt sein, aber viele arme Leute haben in der Schule des Lebens leider ein „ungenügend“. Ab in die Ecke und schämt euch!

Die Schmitt konnte der Dinge drei erkennen:

Lesen will gelernt sein. Eine offenbar pädagogisch wenig geschulte Frau nahm –– entgegen den Regeln –– ihr ca. dreijähriges Kind mit in die Sauna. Was die Schmitt von einem kleinen Lärmproduzenten in einer Flüsterzone hält, davon brauchen wir ja nicht mehr reden. 😉
Später trafen wir diese Frau mit ihrem greinenden und sich wehrenden Kind im Vorraum einer extrem heißen und dunklen 110-Grad-Sauna. Das Kind hatte wenig Freude an dieser Tätigkeit. Was für eine Überraschung!
Wie kann man eine schöne heiße Sauna verschmähen, wenn nebenan nur so ein Scheiß-Spaßbad ist. Also bitte…

Verwunderlich ist auch, dass fremde Menschen extrem zutraulich werden, wenn es darum geht, noch einen Platz beim Aufguss zu ergattern. Ruhe, Erholung und vor allen Dingen Platz sind Luxus. Wer täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, der wird wissen von welchem Umstand wir –– das königliche Wir –– hier sprechen.
Das Gefühl für Nähe und Distanz scheint nicht allen Menschen ein Grundbedürfnis zu sein.

Aber nun kommt der Höhepunkt dieses Blogeintrages und das absolute Pfui des Abends. Pfui!
Wir konnten ein übersichtliches kleines Rudel südländischer Herren ausmachen, denen jegliche Contenance abging. Wollen wir nicht über ihre Dickheit und ihre Ganzkörperbehaarung reden, darüber sieht eine Dame in der Sauna hinweg. Wir wollen über das Betasten der eigenen Geschlechtsorgane „in der Öffentlichkeit“ (ein oft benutzter Ausspruch der Schmitt) reden. Was soll das? Ist das kulturell geprägt? Und wenn –– kann die eigene Prägung nicht überwunden werden?

Direkte sexuelle Handlungen sind in einer Sauna verboten. Kann das ständige Betasten der eigenen Geschlechtsteile nicht auch schon so gesehen werden? Und was würden diese Menschen davon halten, wenn wir uns im Allerheiligsten rumpuhlen und es dann an unser Handtuch schmieren würden?

Liebe Betroffene: Falls ihr dies lest, so bedenkt, dass ihr durch das Ziehen am eigenen Geschlechtsorgan nicht besser dasteht, ihr könntet viele Sympathien verlieren und gar als obszön und barbarisch gelten. Ja, wirklich!

Abgesehen davon war der Saunabesuch aber wirklich erquickend und der Großteil der Menschen höflich und distanzbereit. Man sollte schließlich auch mal was Positives schreiben. Sonst sieht es ja aus, als würde die Schmitt nur meckern. Das sollte man vermeiden. 😉

Die Blechtrommel 2008

Die Schmitt, von argem prämenstrualem Kopfgrimmen geplagt, beschloss, die Apotheke ihres Vertrauens aufzusuchen, um dort Erleichterung zu suchen, denn alle Kopfschmerzmittel waren zur Neige gegangen. Glücklich, dort Verständnis und Drogen gefunden zu haben, eilte unsere Heldin noch in einen Supermarkt. „Das erledigt sich ja alles nicht von allein“, dachte sie sich, während ihr edles Haupt noch ein wenig pochte.

Doch der brüchige Anschein der Normalität sollte nicht anhalten. Die scheinbare Ruhe war nur eine trügerische Illusion.
Gerade stand die Protagonistin dieser Geschichte noch ahnungslos zwischen allerlei Waren herum, da geschah das Unsägliche: Ein gräßlicher Gnom mit verschmiertem Maul wurde in einem Gefährt um die Ecke gefahren, frontal auf die Schmitt zu. Geschoben wurde er von einer Sklavin, die die garstige Kreatur scheinbar durch Geisteszauber überwältig hatte. Während die Schmitt sich noch vor Angst hinter ein Regal kauerte, deutete das dämonische Wesen auf ein Regal, dessen Waren es interessierten. Als seine Dienerin seinem Wunsch nicht schnell genug entsprach, öffnete das Geschöpf sein blutrotes Maul. Die Schmitt wimmerte noch: „So lass doch ab, so lass doch ab“. Der Gnom, dies sehend, hielt kurz inne und verzog seine riesige Mundpartie zu einem diabolischen Lächeln.

Die nächsten Geschehnisse kann ich kaum niederschreiben, so sehr zittern meine Hände.

Ein gräßlicher Schrei ertönte, der die Erde beben ließ, so schrill, und gleichzeitig ging er auch durch alle Knochen. Die Schmitt fiel zu Boden und blutete aus Ohren und Nase, war drei Runden benommen und ließ den guten Fisch, der ja nur drei Punkte hat und von dem man so viel essen kann, wie man will, fallen. Sie taumelte orientierungslos in Richtung  Gemüseabteilung, was schlimmere Schäden verhinderte, da sie sich nicht mehr im Epizentrum des markerschütternden Schreies befand. Zusammengebrochen im Rosenkohl sah sie, wie in der Spirituosenabteilung alle Flaschen platzten und einigen Kunden des Supermarktes allerlei Gliedmaßen abtrennten. Angestellte nutzen den Alkohol, um Wunden zu desinfizieren, und brannten die Armstümpfe mit Fackeln aus. Ein Kleriker wurde gerufen, der den Schwerverletzten den letzten Segen geben  und auch den Urheber des Schreis bannen sollte.

Der diabolische Gnom beschloss derweil, nicht mehr zu wachsen. Danach klatschte er in seine pummeligen Hände und lachte glücklich über sein grausames Werk. Inzwischen hatte er eine Capri-Sonne erhalten und saugte daran. Sein Schreien musste er zwangsläufig einstellen.
Er gab seiner Sklavin ein Zeichen, dass er zur Weiterfahrt bereit sei. Sie hatte einige Schwierigkeiten, denn das Gefährt ließ sich nicht sofort problemlos über die Leiche einer alten Frau bewegen. Als es dann glückte, verließ das unselige Gespann den Laden. Bezahlt hatten sie nicht, doch der Filialleiter, von Gedärm besudelt, beschloss, dass der Kunde König sei.

Auch die Schmitt, die ihre Blutung mit einer Küchenrolle stillte, beschloss, nicht länger zu bleiben, sammelte ihren Fisch ein und vergaß, zu bezahlen.
Wo die Moral dieser Episode ist, mag ein jeder selbst beurteilen.

Pro-Ana und Pro-Mia – oder meine Antwort auf die „Knochenlutschergöttin“.

Hey, ihr Leute da draußen!
Ihr stimmt dem Schmitti doch zu, wenn es behauptet, dass es wirklich schwerwiegende Probleme auf der Welt gibt? Doch der weibliche Teil der westlichen Welt ist scheinbar damit beschäftigt, irgendwelchen Scheiß im TV zu sehen, sich fett wie ein Elefant zu fühlen und dämlichen Modetrends hinterher zu rennen. Manchmal sieht man auch junge Typen, die ernsthaft mit Strassohrringen herumlaufen. Das sieht ganz schön bescheuert aus, aber das geht jetzt am Thema vorbei…

So richtig kranke Scheiße ist nämlich die Pro-Ana- und Pro-Mia-Bewegung, denn dort wird ein ungesundes Ideal hoch gehalten. Das Klientel wähnt sich elfenhaft, will leicht wie ein Ballon schweben und glaubt, erst dann den erotischen Wünschen der Herren zu entsprechen, wenn die Knochen klappern. Dabei ist das überhaupt nicht sexy, hier stimme ich meiner Mitschwester Alia zu, die sich hier mit dem Thema auseinander setzt. Ehrlich gesagt, wenn ich die dürren Hippen sehe, dann möchte ich nach einem Paladin rufen, damit er die Untoten vertreibt. Wenn kein Paladin da ist, dann tut es vielleicht auch ein Kleriker ab Stufe 8. Oder ein mächtiger Feuerball. 😉 more…

Ein Käfig voller Affen

Nach etwas längerer Schreibpause – das Schmitti war sehr beschäftigt – eine weitere Anekdote aus der zauberhaften Welt des Schmittis.
Leider hatte das Schmitti mit Eisenmangel zu kämpfen, was der allgemeinen Vitalität abträglich war. So hat das Schmitti Eisentabletten und leider auch Fleisch zu sich genommen. Da das Schmittis ein großes Über-Ich hat (Ja, Freud und so), muss das natürlich kompensiert werden. Schlimm genug sind ja schon die Käufe bei H&M, die Waren von unglücklichen Kindern aus Bangladesh feil bieten.
So hatte das Schmitti beschlossen, Buße zu tun. Ablassbriefe sind heutzutage nicht mehr in Mode. Was tun?
Ein freundlicher Mensch des WWF kam mir grade recht. Eine Jahresmitgliedschaft erleichtert jetzt mein geplagtes Gewissen.:D

Gut zu wissen, dass von den Spenden freundliche Pflanzenfresser, die Gorillas, unterstützt werden, indem ihr Lebensraum geschützt wird und sie vor Wilderern bewahrt werden. Das ist auch nötig, denn vor lauter Existenzangst bekommt die Äffin eine Hormonstörung, während hierzulande 21-jährige Lonesdalemädchen ihr drittes Junges werfen. Deswegen sollten grade Studenten Solidarität mit dem geplagten Volk der Gorillas verspüren. Akademiker und Affen vermehren sich spärlich. 😉
Bei der Geburtenrate der ersteren ist das allerdings wie bei der Gruppenarbeit. ,,Das können mal schön die anderen machen.“
Das Schmitti ist ja auch direkt am Start, wenn es um zuverlässige Verhütungsmittel geht. Aber an dem Elend der Affen, da kann man was tun. Wirklich!
Zum Schluss noch ein paar weise Worte aus meinen früheren Soziologie-LK:
,,Die Liebä ist ein Käfig voller Affän. Du gähst in den Zoo und du siehst all die kleine Äffchen. Nur ein Äffchän, der ist besonders. Und du denkst Dir: ‚Das ist mein Affä.“
In dem Sinne: Rettet die Äffchän! 😉

Der Wahnsinn

Heute möchte ich auf eine weitere Gruppe aufmerksam machen, deren Gram niemand so recht sehen mag: Es sind die kleinen Germanisten, deren Herzen wund sind und deren Seelenheil an einem seidenen Faden hängt.
So traf es sich, dass ich eines Morgens, so um elf, einen Artgenossen (er hatte mit mir ein Seminar besucht) auf mich zutaumeln sah. Er hatte einem Biermixgetränk zugesprochen. Dieses hielt er in der Hand. Er verneigte sich und lallte: ,,Ich bin seit drei Tagen betrunken. Ich werde grade verrückt!“
,,Formblatt 5?“, fragte ich voll des bangen Erschreckens. Doch es verhalte sich anders, erwiderte dieser, er werde ,,nur so“ wahnsinnig.
Ich nickte verständnisvoll und sah, dass sich an seinem Handgelenk eine Handschelle befand. Als ich fragte, aus welchem Schlafzimmer der Ärmste geflohen sei, bekam ich eine gar seltsame Antwort:
,,Ich hab die seit Wochen um und nie fragte mich jemand danach.“ Mit sexuellen Dramen hatte es jedoch wenig zu tun, erfuhr ich. Das arme Wesen grämte sich also nur ob der Gleichgültigkeit der Menschen. Es hatte niemand gefragt. Oh, hätte doch einer gefragt. Welch kalte Welt.

Der Wahnsinn ist kein Einzelfall. Horden von Germanisten sind nicht mehr klaren Verstandes; doch woran liegt dies?
In der letzten Zeit verfallen immer mehr Germanisten dem geistigen Verfall. Doch warum, das weiß bisher niemand. Liegt es an der schlechten Luft in den Hörsälen, gefährlichen Büchern wie dem Nekronomicon oder dem Vorlesungsverzeichnis?
Wer da draußen jetzt die stummen Schreie eines Germanisten hört, der laufe nicht vorbei, sondern gebe ihm ein gutes Buch (bitte nicht Hohlbein!), hole ihm einen Tee und eine warme Decke und höre sich seine Sorgen an. Und fragt, wenn jemand eine Handschelle am Handgelenk trägt!
Rettet die Germanisten, die Welt braucht sie doch! *wimmer*

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