Archive for the Category »Germanistisches «

Fifty Shades of Schwachsinn

Es gibt ein neues „Skandalbuch“, welches sich rasant verkauft und über das schon viel geschrieben wurde, zum Beispiel in der ZEIT oder auf dem Erotikblog Les petits Plaisiers. Auch die Schmitt hat dieses unsägliche Werk gelesen. Aber immerhin nicht gekauft. Jetzt, jetzt, geht es los mit der Rezension.

Shades of Grey – ein schwarzromantisches Werk?

Was passiert da eigentlich?
Grob zusammengefasst lernt eine junge Jungfrau, Literaturstudentin in der Anschlussprüfungsphase, den überaus reichen Christian Grey kennen. Schnell geht es zur Sache, aber Christian Grey hat ein Problem. „Normaler“ Sex und das Führen einer „normalen“ Beziehung ist ihm aufgrund seiner verkorksten Kindheit nicht möglich. Ana soll einen Vertrag (Teufelspakt?) unterschreiben, der die gemeinsame Sexualität regeln soll. Diese soll sich im Bereich des BDSM abspielen. Ana hat natürlich Skrupel, ist aber hoffnungslos verknallt in den überaus schönen (und das steht auf jeder Seite) Firmenbesitzer. Was erwartet den Leser? Seitenlange Beschreibungen von bravourös ausgeführtem Geschlechtsverkehr und Diskussionen über den oben erwähnten Vertrag.

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Die Mumien von Palermo – ein interdisziplinäres Forschungsprojekt

Liebe imaginäre Leser, sicherlich könnt ihr euch noch an meinen Artikel über Geisteswissenschaftler in der Campuspolit erinnern. Nein? Etwas anderes hätte ich von euch Lumpengesindel auch nicht erwartet. Wie dem auch sei. Der wackere Jörg Scheidt, seines Zeichen Archäologe hat ein sehr interessantes Projekt in Palermo, über das die Schmitt nur allzu gern berichtet. Aus Interesse und geisteswissenschaftlicher Solidarität.

Die Mumien von Palermo – ein interdisziplinäres Forschungsprojekt

Derzeit befinden sich in den Katakomben des Kapuzinerklosters von Palermo ungefähr 2000 Mumien, die zum größten Teil noch nicht untersucht worden sind. Ziel des Projekts ist die Untersuchung und letztendlich auch der Erhalt der sich dort befindlichen Mumien. Auch die Kirchenbücher sollen digitalisiert und der Nachwelt erhalten bleiben. Das Forschungsteam besteht aus Dr. Mark Benecke (Untersuchung der Mumien), Jörg Scheidt M. A. (Projektleitung, Archäologische Untersuchung und Projektkoordnation) und der Dipl. Biologin Kristina Baumjohann (Untersuchung der Mumien). Das Projekt wurde von der  Carl-Duisberg-Stiftung finanziell unterstützt.

Neuigkeiten und interessante Fakten finden sich auf der Facebookseite des Projekts. Interessant könnte auch ein Beitrag auf NTV sein, der sich intensiv mit jenen toten Menschen beschäftigt. Wer am Montag, um 23.15 Uhr noch nicht die müden Äuglein schließen möchte, kann sich diesen überaus erbauenden Bericht mal ankucken. Hier ein kleiner Vorgeschmack. Also, liebe Leser, ihr wisst, was ihr zu tun habt. Oder auch nicht. Wie auch immer.

Feuertal 2012 – Impressionen von der Waldbühne

Liebe Kreaturen und imaginäre Leser,
diese Seite leidet derzeit unter arger Vernachlässigung. Eigentlich sollte hier zuerst ein Artikel über die Freuden des Skandinavienurlaubs stehen, was aufgrund von einem Arsch voll Arbeit noch nicht geschehen ist. Ferner stehen noch Einträge zu neuen beruflichen Projekten an, die mit getrockneten Menschen aus barocken Zeiten zu tun haben. Die morbiden kleinen Freunde können sich schon mal die Hände reiben. Aber nun erst einmal ein persönlicher Eindruck vom Samstag des Feuertalfestivals 2012. Ich beschränke mich aus persönlichen und logistischen Gründen auf die Bands, die der Berichterstattung wert sind. Wenn sich noch ein anderer Bericht von mir irgendwo finden sollte, gehe ich natürlich auf alle Bands ein. Aber nur dann.

Lange Flöten und dicke Dudelsäcke – Feuerschwanz

Wolfenmond, die auf ihrer Seite bekunden, eine „Symbiose von Mittelalter und Elektro“ zu sein, erweckten keine Liebe in der Schmitt, obwohl die Interpretation des schwedischen „Herr Mannelig“ nicht so grottig war, wie die Version von In Extremo. Aber: wenn man die Band nicht mag, kann man ja immer noch Met holen.

Der erste Höhepunkt (höhö) waren sicherlich die gut gekleideten Interpreten von Feuerschwanz. Der überaus attraktive Prinz Hodenherz und seine Recken sorgten dafür, dass es dem Publikum ganz warm ums Herz wurde. Mit zarten Liedern wie „Wunsch ist Wunsch“, in die von der Penetration von wunscherfüllenden Feen handelten, wurde die kulturelle Seite des betrunkenen Pöbels angesprochen. Auch das Publikum wurde in diesen Akt des Missbrauchs miteinbezogen.

Bild: Carsten Ace Dahlmann

Auf You-Tube finden sich sicherlich ein paar Beweisvideos. Leider muss man wegen dieser GEMA-Querelen immer etwas aufpassen, was man so hochlädt.

Die Moderation wurde von Eric Fish übernommen. Man weiß nicht, warum ein Festival einen Moderator braucht, aber vielleicht brauchte Eric das Geld. Der arme Mann wurde zudem von einer Frau im Liebesrausch genötigt, dass sie auf der Bühne einem Manne die Ehe antragen durfte. Die Schmitt hält nichts von solchen Aktionen. Der potentielle Bräutigam hat ja gar keine Chance, aus der Nummer wieder heraus zu kommen. „Noch nicht“ oder „vielleicht“ sind schließlich keine Antworten, mit denen sich der wütende Mob zufrieden gibt.

Omnia – Pagan Folk

Die niederländische Band Omnia ist sicherlich eines der Highlights des Samstags gewesen. Die überaus drolligen und sympatischen Gesellen haben das Genre des „Pagan Folk“ quasi erfunden. Diese sehr stimmungsvolle Musik hebt sich sehr von den üblichen Saufliedern von Mittelalterbands ab, wobei noch zu klären wäre, ob man Omnia wirklich zu den Mittelalterbands zählen kann. Pagan Folk ist eigentlich ein eigenes Genre. Auch Faun, die am Sonntag zu sehen waren, zählen nicht zu den üblichen Verdächtigen der Mittelaltermusik.

Bild: Carsten Ace Dahlmann

Mit der Ansage „Dear fellow monkies, our world is dying“ betonte Steve Sic, Sänger und Begründer der Band, dass Omnia natürlich durch ihre Musik unterhalten wollen, aber dass die Band auch eine Botschaft habe. Freiheit, Umweltschutz und politischer Protest sind Teil des künstlerischen Ausdrucks. Auch die Bekundung der Solidarität mit Pussy Riot durfte nicht fehlen. Von der grandiosen Live Performance will die Schmitt gar nicht erst anfangen. Wer noch die Gelegenheit hat, Omnia in der Umgebung zu erleben, sollte dies unbedingt tun.

Das Copyright der Fotos liegt bei Carsten Ace Dahlmann. Danke für die Mühe 😀

Klopstock

Klopstock

Sie war einige Tage verreist, Alberten abzuholen. Aber heute trat er in ihre Stube und und Lotte kam ihm entgegen. Voller Glückseligkeit bedeckte er ihre Hand, die ein wenig nach Lavendel roch, mit tausend Küssen. Doch dann traf er sich Aug‘ in Aug‘ mit einem gelben Ungetüm wieder. „Args“, schrie er, wie von tausend Dämonen gepeinigt. Etwas hatte ihn unsanft auf die Nas‘ gepickt.„Er mag sie, lieber Werther“, merkte Lotte an. „Ein neuer Freund“, führte sie aus, „meinen Kleinen zugedacht. Er tut gar zu lieb. Sehen Sie ihn! Wenn ich ihm Brot gebe, flattert er mit den Flügeln und pickt so artig. Er küsst mich auch, sehen Sie!“

Werther sah mit pochenden Herzen auf das Geschöpf, das ihn mit Grimm in seinem kleinen Herzchen ansah. Aber wie wurde ihm, als sich der Kanarienvogel so lieblich an die Lippen dieses Engels presste. Als er Lotten so sah, kam es über ihn.

Werther beschloss zu handeln. Ihn zog es mit aller Macht. Er griff sich das kleine Geschöpf und warf es voller Elan in die Luft. Sollte es doch flattern. Er presste seine dürstenden Lippen auf die von Lotte. „Werther“, seufzte Lotte. „Lotte“, seufzte Werther.Er trank von ihren Lippen und sie von den seinen. Atemlos riss er an ihrem Korsett. Sie löste sich von ihm und setzte sich auf das Klavier, an dem beide schon so oft gesessen hatten. „Kommen Sie, ich warte doch schon so lange“, gurrte Lotte und löste ihr Haar, das lang wie ein Fluss aus Gold herunterfiel und ihre nackten Schultern bedeckte.Als Werther der Bitte nachkam, sah er voller Schrecken und Begierde, wie sie ihre Schenkel öffnete. Keine Unterwäsche? Lotte, was tat sie ihm an. Doch er wehrte sich nicht, als sie ihn von seinen Beinkleidern befreite und ihn an sich zog.

Auf einmal donnerte es abseitwärts und Werther fand sich erwachend in seiner einsamen Kammer wieder, während der herrliche Regen auf das halb geöffnete Dachfenster prasselte und das Land und ihn benetzte. Der herrliche Geruch des Regens drang durch Luke. „Nur ein Traum“, seufzte er gepeinigt. Mit tränenvollem Auge legte er sich die Hand an das Gemächte, hielt es wie ein krankes Kind und sagte: „Klopstock“.

Weihnachten und so…

Wie jedes Jahr ist mal wieder Weihnachten. Der verwöhnte Mensch heutiger Zeiten verbindet damit exzessives Geschenkekaufen und dionysische Völlerei. Was soll das?

Der Heiland ist geboren, so sagt man. Genau in diesen Tagen hat ein kleiner Bub das Licht der Welt erblickt, der uns allen die Erlösung bringt. Dies ist der eigentliche Grund zum Feiern. Erlösung? Hä?
Gerade schauen der kleine Malte und der kleine Kevin mit schockierten Gesichtern von ihren neuen Spielekonsulen auf. Was soll der heutige Vorpubertierende denn mit Erlösung anfangen? Gut, dass so ein Schrott nicht unterm Baum liegt.
„Schau mal, Jean-Baptiste, hier ist auch noch ein Paket Vergebung dabei!“ Ach, du Schande, und auch noch Socken.
Seien wir mal ehrlich, der Kommunions-/Konfirmationsunterricht hat die kleinen Racker unzureichend über Religion aufgeklärt. Der Gewinn dieses oft lästigen Unterfangens liegt im materiellen Gewinn. Wie glücklich die Kleinen an ihren neuen PCs sitzen. 😀 more…

Die Braut von Korinth

Diesmal  wieder  Vampire. Die Braut von Korinth von Johann Wolfgang von Goethe ist ein relativ unbekanntes Werk, über das man wenig Sekundärliteratur findet. Auch im Netz findet sich wenig Hilfreiches.
Da man ja alles immer selbst machen muss, wenn man es ordentlich erledigt haben will, kommt hier jetzt eine erbauliche kleine Interpretation. Jetzt ist die Gelegenheit, sich ein klein wenig zu freuen, lieber Leser!

Worum geht es eigentlich?

Ein heidnischer Jüngling aus Athen reist nach Korinth, um die ihm versprochene Braut zu sehen (möglicherweise auch direkt zu ehelichen). Es besteht nämlich die Möglichkeit, dass die Schwiegereltern ihre Eide, da sie Christen geworden sind, nicht mehr wahrnehmen könnten: Aber wird er auch willkommen scheinen?// Wenn er teuer nicht die Gunst erkauft?// Er ist noch Heide mit den Seinen,// Und sie sind schon Christen und getauft.

Dort angekommen, fällt er todmüde aufs Bett. Die Müdigkeit vergeht ihm, als ein blasses Mädchen in sein Zimmer kommt. Der Jüngling scheint nicht gerade schüchtern zu sein, denn er beginnt wie verrückt zu baggern: Bleibe, schönes Mädchen […] Hier ist Ceres‘, hier ist Bacchus‘ Gabe // Und du bringst den Amor, liebes Kind!


Was er meint, ist quasi Wein, Weib und Gesang. Aber er hat sogar noch Brot da. Wer würde da nicht schwach werden? more…

Die Femme Fatale – die Motive der Schwarzen Romantik II

Da schon Klagen aufkamen, dass das Thema der Erotik offenbar nicht genug angesprochen werde, beschäftigt sich dieser Artikel mit der Femme Fatale. Warum das männermordende Biest ein Motiv der Schwarzen Romantik ist, werde ich jetzt erläutern. Die Femme Fatale zeichnet sich durch eine besondere Anziehungskraft auf Männer (heutzutage bestimmt auch auf Frauen) aus. Sie ist kein verhuschtes Heimchen am Herd, sondern eigenständig und sich ihrer erotischen Ausstrahlung auch bewusst. Dummerweise wirkt sie sich fatal auf die geistige, seelische und körperliche Gesundheit aus.
In der Schwarzen Romantik kann man die Femme Fatale zum einen dem Motivkreis der heidnischen Götterwelt zuordnen. Im Marmorbild von Eichendorff wird „der blühende Knabe“ Florio beinahe das Opfer der Venus, wird aber durch ein frommes Lied des Sängers Fortunato gerettet. Die Bergkönigin in Tiecks Runenberg ist ebenso gefährlich. Erst läuft sie splitternackt in ihrem Thronsaal herum und entfacht dann die Wolllust in Christian, einem desorientierten jungen Mann, der gerade erst seine Gärtnerausbildung abgebrochen hat. Dieser flieht ins Tal und ist zunächst außer Gefahr, um dann später wieder im „dionysischen Wahn“ durch die Gegend zu taumeln. So wird das nix mit dem bürgerlichen Leben, lieber Christian!

Doch nicht nur heidnische Götter und Naturwesen schaden der männlichen Psyche. Auch weibliche Personifikationen des Teufels, wie der Sukkubus, der in den Elixieren des Teufels von der durchtriebenen Euphemie verkörpert wird, sind buchstäblich fatal. Medardus ist ein letzter Konsequenz ein wenig fataler, vertauscht er doch den vergifteten Wein und beseitigt so Euphemie. „Dem Wahnsinn entgegen irrlichternd“ verübt er noch einen Mord und flieht in die Nacht. Die Seele ist danach natürlich im Arsch.
In The Monk ist es die Teufelsbündnerin Mathilda, die Ambrosius zum Teufelspakt, verbotener Erotik und Vergewaltigung verführt. Auch das endet natürlich übel.
Liebe Jungs, im wirklichen Leben sind Frauen aber gar nicht so schlimm. Wirklich. 😉

Teufelspakt und Melancholie – die Motive der Schwarzen Romantik I

Eines der wichtigsten Motive der Schwarzen Romantik ist der Teufelspakt.  Jeder kennt – zumindest literarisch – diese Situation. Der Teufel bietet Geld, Wissen und willige Frauen und alles, was man tun muss, ist auf diesem winzigen Zettel zu unterschreiben. Mit Blut. Oder auch anders. Je nachdem.

Goethes Faust ist nach der Vielzahl der Motive der Schwarzen Romantik und der Definition von Andre Vieregge ein schwarzromantisches Werk. Faust wird durch den leibhaftigen Teufel verführt und das Elend nimmt seinen Lauf. Das arme Gretchen wird es ausbaden müssen. „Heinrich, mir graut vor Dir.“ Dem Leser natürlich nicht, ist Faust doch „das bedeutendste und meistzitierte Werk der deutschen Literatur“. Ich möchte insbesondere die im Internet befindlichen Gothics bei dieser Gelegenheit daran erinnern, nicht immer dieses Zitat in irgendwelche Profile zu schmieren. Ja, ihr wisst was ich meine. „Ich bin der Geist der stets verneint! / Und das mit Recht; denn alles was entsteht / Ist werth daß es zu Grunde geht; / Drum besser wär’s daß nichts entstünde. / So ist denn alles was ihr Sünde, / Zerstörung, kurz das Böse nennt, / Mein eigentliches Element.“

Wenn ich einen von Euch erwische…aber wie dem auch sei. Lassen wir das.

Der faustische Teufelspakt beruht auf einem viel früheren Werk: Die Historia von D. Johann Fausten von 1587. Hier endet der Teufelspakt mit dem grausamen Tod des Protagonisten.
Einen ebenso unschönen Tod erleidet der arme Adrian Leverkühn, der Protagonist von Thomas Manns Doktor Faustus, der nicht nur unter schlimmer Migräne, sondern auch unter den Folgen einer unbehandelten  Syphilis leidet. Die Infektion mit dieser, das Gehirn weichkochenden Krankheit ist hier als Besiegeln des Teufelpaktes zu sehen. Der Teufel ist in diesem Falle der Stadtführer, der den armen Jung in das Hurenhaus, wo die Bakterien lauern, geleitet. Doktor Faustus zählt nicht zur Schwarzen Romantik, weist aber viele klassische Motive des Teufelspaktes auf. more…

Die Schwarze Romantik

Heute will die Schmitt ihren Lesern, und ganz besonders dem John, über die Schwarze Romantik berichten. Um diesen Begriff zu klären, muss die Schmitt den unglücklichen Menschen, die nicht das Glück hatten, Germanistik zu studieren, überhaupt mal erläutern, was es mit der „nichtschwarzen“ Romantik auf sich hat. Der Begriff romantisch wird ja heutzutage inflationär gebraucht und wird vornehmlich mit Liebesdingen assoziiert. Ein Nachtspaziergang bei Vollmond, ein Lebkuchenkerz als Mitbringsel oder ein mutiger Heiratsantrag bei Kai Pflaume. Aber das geht nun wirklich zu weit. O_o
Der Begriff „schwarzromantisch“ hat sich indessen für eine Subkultur etabliert, die schwarzer Kleidung und dunklem Interieur sehr zugetan ist. Ja, ich spreche von der inzwischen sehr kommerzigen Gothickultur.  Im Zuge dieser überaus informativen Informationsschrift wird sich nebenbei klären, was denn überhaupt „schwarzromantisch“ ist.

Also, lieber Matthias, liebe Leser, jetzt geht es endlich los, mit der Romantik. <3

Die Romantik ist eine kulturgeschichtliche Epoche, die man zeitlich zwischen 1795 und 1840 einordnen kann. Die Romantiker wollten sich von den stieseligen Aufklärern und Freunden der Klassik abgrenzen und dies so gefühlsbetont wie möglich. Das Erleben und die Kunst sollten Grenzen und Konventionen überwinden. Hier sind die Manifestationen des Romantischen sehr vielschichtig. Es gibt entsetzliche Furchtbarkeiten, wie die Progressive Universalpoesie von Schlegel. „Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie“, hat er gesagt und die Schmitt, die über jene Poesie und über Lucinde ein Referat halten musste, arg gequält. Dies, liebe Leser, ist keine Sternstunde der Romantik gewesen.
Besser wird es mit Eichendorff, der dem Dichter schöpferische Qualitäten zuspricht:

Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.

Es geht in der Romantik also um um die Hervorhebung des Wunderbaren, des Numinosen und des nicht Begreiflichen. Der Romantiker will die Welt poetisieren, seine namenlose Sehnsucht stillen. Oft sucht der Erfüllung in der Natur, die für ihn Quelle und Inspiration ist. Sehr retro ist auch die Vorliebe für das Mittelalter und die Idealisierung dieser Epoche. In der Literatur wird zudem die Bedeutung des Unbewussten und der Psyche hervorgehoben. Hier kann es vorkommen, dass sich der oftmals melancholische Protagonist im Labyrinth seiner Psyche verirrt. Das macht er aber viel hübscher und poetischer als die Heizbirnen heutzutage.
Die Schmitt will ihren Lesern aber nicht verschweigen, dass die Romantik natürlich auch eine politische Ebene hatte und dass einige Zeitgenossen sehr nationalistisch waren. Der Romantik aber die Schuld für den Nationalsozialismus zu geben, wie es einige Forscher propagieren, hält sie für ungerecht und falsch. Man sieht, dass die (deutsche) Romantik sehr vielschichtig ist und dass sie sich kurzen Definitionen hartnäckig entzieht. more…

Der Vampir und die schwarze Romantik

Da die Prüfung in Literaturgeschichte ja näher rückt, will ich meinen imaginären Lesern die Ergebnisse meiner Lernbemühungen nicht vorenthalten. Es geht nicht nur um Märchen, sondern auch um ein Subgenre der Phantastik, die Schwarze Romantik. Wie sich dieses Genre von der Literaturgattung der Romantik unterscheidet, werde ich dem Leser, der sich ja nicht wehren kann, in einem späteren Artikel darlegen. Fest steht, dass der ganze Vampirkram in die Gattung der Schwarzen Romantik fällt. Diese ist nah mit der englischen Gothic Novel verwandt: Bekannt sind hier das etwas komisch anmutende Castle of Otranta von Horace Walpole oder Mary Shellys Frankenstein.

Ein späterer Klassiker ist natürlich Dracula von Bram Stoker. Der blutsaugende Graf ist als Prototyp des Vampirs in die Film- und Literaturgeschichte eingegangen, seit die Novel 1899 veröffentlicht wurde. Ein früheres, aber weniger bekanntes Werk ist The Vampire von Polidori. Seine Darstellung eines anti-bourgeoisen Frauenverführers gelangte im Gegensatz zu Stokers Werk nie zu Weltruhm. Die Stichworte Vampir und Dracula sind eng miteinander verknüpft.

Der Roman ist aus der Perspektive der verschiedenen Charaktere geschrieben. Wir erhalten zum Beispiel Einblick in das Innenleben Jonathan Harkers, der nicht gerade glücklich ist, mit dem gruseligen Grafen und seinen moralisch fragwürdigen Vampirfrauen wohnen zu müssen oder dessen Verlobter Mina, die ihren Jonathan sehnlichst zurück erwartet. Durch die verschiedenen Perspektiven und auch eingefügte Zeitungsartikel vermittelt der Roman einen Eindruck von Authentizität. In diesem Roman ist es übrigens noch nicht sauerotisch, wenn man von einem Vampir heimgesucht wird. Im Gegenteil, die Bevölkerung im Osten ist ernsthaft abgeneigt und wendet sich Hausmittelchen wie Rosenkränzen oder Knoblauch zu. more…

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