Die Spiegelsinfonie – ein kreativer Fantasyroman aus Solingen

Nachdem hier über schlechte Literatur gelästert wurde, ist es an der Zeit mal über ein grandioses Buch zu schreiben – die Spiegelsinfonie von Lilian Muscutt.

„Einige Minuten saß Dr. von Furcht in seinem Ledersessel. Bald würde er solches Getier wie das Geschmeiß vertreten. Er lachte still in sich hinein, dann lauter, ein Lachen, das auch den furchtlosesten Kämpfer, den mutigsten Lebensretter, den unerschrockensten Freiheitskämpfer wie Espenlaut hätte erzittern lassen. Ein Lachen wie eine Quelle der Angst, wie ein teeriger Strom, der eine kommende Dunkelheit ankündigt und alles verpestet, was er berührt.“

Wer einst in Solingen gelebt hat, wird vermutlich sagen, dass die Stadt langweilig sei. Die Schmitt, die einst nach Wuppertal auswanderte, kann davon ein Lied singen. Doch so langweilig ist diese Stadt nicht. Unter der Oberfläche treiben finstere Mächte ihr Unwesen (das zumindest war auch der Schmitt klar) und nicht jeder Penner in Solingen ist das, was er scheint. Dies müssen die drollige Journalistin Mina O’Sulllivan und ihr etwas verranzter Kollege Frank Fabel auch bald am eigenen Leib erleben. Ein junger Musiker ist verschollen (die Kleinwüchsigen sind schuld) und der fiese Investor Dr. von Furcht streckt seine Hände nach dem wehrlosen Solingen aus. Ihn treiben finstere Gelüste an. Nein, nicht wie ihn Shades of Grey, aber fast, fast so bös‘. Mina und Frank müssen sich also nicht nur ihren eigenen alltäglichen Problemen kümmern, sondern auch um finstere Untiere, die unter dem Birker Bad und im sonstigen Solinger Untergrund rumlungern. Ist Solingen noch zu retten?, fragt man sich bei der Lektüre dieses überaus unterhaltsamen Fantasyromans, dessen Protagonisten quer durch Solingen, aber auch durch Wuppertal hetzen.

Die Spiegelsinfonie ist aber nicht nur ein Fantasyroman, sondern auch ein ein sozialkritisches Buch, das gleichzeitig kritisch mit Effizienzdenken umgeht. Die Kulturkürzungen im Bergischen Land sind durchaus eine ernste Bedrohung für Städte, die eine lange Tradition und eigentlich mehr zu bieten haben als Spielhallen und Ein-Euro-Shops. Kunst und Kultur erhalten eine Stadt am Leben. Ein weiterer Pluspunkt des Romans sind die glaubwürdigen Charaktere. Das Leben und Leiden von Journalisten und Geisteswissenschaftlern wird überzeugend und mit viel Humor geschildert. Solinger und Wuppertaler werden zudem ihre Städte mit ganz anderen Augen sehen. Fazit: Die Schmitt liebt das Buch. Ihr, liebe Leser, hoffentlich auch.


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One Response
  1. Stefan sagt:

    Hört sich sehr sehr interssant an;)
    Ich selbst bin auch gerade dabei einen Roman zu schreiben. Habe überlegt ob ich ihn, wenn er fertig ist beim frieling Verlag veröffentliche. http://www.frieling.de/ Ich finde der Verlag sieht sehr professionell aus. Mal gucken ob es was wird.

    Lg
    Stefan

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