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Feuertal 2012 – Impressionen von der Waldbühne

Liebe Kreaturen und imaginäre Leser,
diese Seite leidet derzeit unter arger Vernachlässigung. Eigentlich sollte hier zuerst ein Artikel über die Freuden des Skandinavienurlaubs stehen, was aufgrund von einem Arsch voll Arbeit noch nicht geschehen ist. Ferner stehen noch Einträge zu neuen beruflichen Projekten an, die mit getrockneten Menschen aus barocken Zeiten zu tun haben. Die morbiden kleinen Freunde können sich schon mal die Hände reiben. Aber nun erst einmal ein persönlicher Eindruck vom Samstag des Feuertalfestivals 2012. Ich beschränke mich aus persönlichen und logistischen Gründen auf die Bands, die der Berichterstattung wert sind. Wenn sich noch ein anderer Bericht von mir irgendwo finden sollte, gehe ich natürlich auf alle Bands ein. Aber nur dann.

Lange Flöten und dicke Dudelsäcke – Feuerschwanz

Wolfenmond, die auf ihrer Seite bekunden, eine „Symbiose von Mittelalter und Elektro“ zu sein, erweckten keine Liebe in der Schmitt, obwohl die Interpretation des schwedischen „Herr Mannelig“ nicht so grottig war, wie die Version von In Extremo. Aber: wenn man die Band nicht mag, kann man ja immer noch Met holen.

Der erste Höhepunkt (höhö) waren sicherlich die gut gekleideten Interpreten von Feuerschwanz. Der überaus attraktive Prinz Hodenherz und seine Recken sorgten dafür, dass es dem Publikum ganz warm ums Herz wurde. Mit zarten Liedern wie „Wunsch ist Wunsch“, in die von der Penetration von wunscherfüllenden Feen handelten, wurde die kulturelle Seite des betrunkenen Pöbels angesprochen. Auch das Publikum wurde in diesen Akt des Missbrauchs miteinbezogen.

Bild: Carsten Ace Dahlmann

Auf You-Tube finden sich sicherlich ein paar Beweisvideos. Leider muss man wegen dieser GEMA-Querelen immer etwas aufpassen, was man so hochlädt.

Die Moderation wurde von Eric Fish übernommen. Man weiß nicht, warum ein Festival einen Moderator braucht, aber vielleicht brauchte Eric das Geld. Der arme Mann wurde zudem von einer Frau im Liebesrausch genötigt, dass sie auf der Bühne einem Manne die Ehe antragen durfte. Die Schmitt hält nichts von solchen Aktionen. Der potentielle Bräutigam hat ja gar keine Chance, aus der Nummer wieder heraus zu kommen. „Noch nicht“ oder „vielleicht“ sind schließlich keine Antworten, mit denen sich der wütende Mob zufrieden gibt.

Omnia – Pagan Folk

Die niederländische Band Omnia ist sicherlich eines der Highlights des Samstags gewesen. Die überaus drolligen und sympatischen Gesellen haben das Genre des „Pagan Folk“ quasi erfunden. Diese sehr stimmungsvolle Musik hebt sich sehr von den üblichen Saufliedern von Mittelalterbands ab, wobei noch zu klären wäre, ob man Omnia wirklich zu den Mittelalterbands zählen kann. Pagan Folk ist eigentlich ein eigenes Genre. Auch Faun, die am Sonntag zu sehen waren, zählen nicht zu den üblichen Verdächtigen der Mittelaltermusik.

Bild: Carsten Ace Dahlmann

Mit der Ansage „Dear fellow monkies, our world is dying“ betonte Steve Sic, Sänger und Begründer der Band, dass Omnia natürlich durch ihre Musik unterhalten wollen, aber dass die Band auch eine Botschaft habe. Freiheit, Umweltschutz und politischer Protest sind Teil des künstlerischen Ausdrucks. Auch die Bekundung der Solidarität mit Pussy Riot durfte nicht fehlen. Von der grandiosen Live Performance will die Schmitt gar nicht erst anfangen. Wer noch die Gelegenheit hat, Omnia in der Umgebung zu erleben, sollte dies unbedingt tun.

Das Copyright der Fotos liegt bei Carsten Ace Dahlmann. Danke für die Mühe 😀

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