Archive for » 2010 «
Diese Geschichte ist einer Freundin gewidmet.
Der Vorsitzende des Hohen Rates trat vor die Menge. Der Vollmond beleuchtete den Schauplatz. Er blickte in alte und junge Gesichter, manche waren noch voller Hoffnung, manche trugen schon den abgenutzten Ausdruck, der von einem langen und freudlosen Leben zeugte. Lautes Scherengeklapper setzte ein, um den Vorsitzenden zu grüßen. Wie fast alle seiner Art trug er eine Frisur, die an einen Kakadu oder an einen ähnlich gearteten Vogel erinnerte. Seine Haut war braun und sah aus wie altes Leder. Er blickte gerührt in die Menge und begann zu sprechen. Das rituelle Geschichtenerzählen war das Privileg des Ältesten.
„Fast jeder von uns kennt sicherlich die Geschichte unseres Berufstandes. Heute sind wieder einige Junge hier, die die Geschichte noch nicht kennen.“ Er deutete auf einige junge Personen, die sich nervös zusammenkauerten und hohläugig einige ihrer Haare auffraßen. „Auch die Jüngsten müssen wissen, wie es zu dem schrecklichen Schicksal unserer Art kam.“ Er richtete sich an die Anwesenden: „Ist es nicht so, meine Freunde?“ Ein Geklapper und Seufzen ertönte, man konnte einen Hauch von Peroxid riechen. “So ist es, so ist …“, raunte die Menge.
Er begann zu erzählen: more…
Die Schmitt wurde heute informiert, dass die Grüne Jugend Brandenburg und Niedersachsen einen Antrag gestellt hat, § 173 des Strafgesetzbuches abzuschaffen. Liebe unter Verwandten, sofern es sich nicht um Kindesmissbrauch handle, solle legalisiert werden. Spontan verursacht diese Vorstellung sicher ein „Igitt“, besonders bei Menschen, die Bruder und Schwester haben. Die Schmitt als leidendes Einzelkind hat natürlich wenig Vorstellung von Familienbanden.
Wie dem auch sei, die Frage ist: Kann man aufrichtig Liebende davon abhalten, die Liebe auch körperlich zu vollziehen? Darf der Staat sich in das Liebesleben von Menschen einmischen, wenn niemand verletzt wird?
Für ein Verbot spricht sicherlich, dass die Kinder von Geschwistern nicht nur körperliche Probleme haben können, sondern auch in der Schule und im sonstigen Umfeld unter Hänseleien leiden könnten.
Eine Identitätskrise ist so gut wie sicher, wenn die Beleidigung „deine Eltern sind Geschwister“ auch noch zutrifft. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass das Jugendamt durch eine solche Familienkonstellation nicht weniger zu tun haben wird. more…
Darauf hat die Menschheit, also ihr alle, bestimmt schon ungeduldig gewartet: ![]()
Die Zombiegeschichte der Schmitt ist in der neuen Astazeitung zu lesen. Genau hier.
Es muss jedoch gesagt werden, dass die Schmitt einen Wettbewerb gewonnen hat und für keinen der Artikel verantwortlich ist. Besonders gruselig findet die Schmitt den Artikel von Beate Steinbach, in dem Fußballfans und Nazis in einen Topf geworfen werden: „Wenn zu jedem Kasten Bier eine Deutschlandflagge verschenkt wird… Wenn statt bunten Gummibärchen nur noch schwarze, rote und goldene zu kaufen sind… Wenn nächtelang hupende Autos durch die Städte fahren… Wenn in der ganzen Innenstadt tausende Deutschlandflaggen wehen… Wenn Nazis in den Straßen der Stadt feiern… dann ist Fußballweltmeisterschaft der Männer!“ more…
Der Montag (In Kurzform):
Es regnet. Nein, doch nicht. Oder doch?
Agrahalle doof, Schirm gekauft, der bald wieder kaputt geht. Der Himmel hört auf zu weinen:
Was sind das hier für Leute? Wir reisen ab!
Frühstück im Heidnischen Dorf: Müssen mal anderen Mittelaltermarkt sehen. Wir reisen ab!
Moritzbastei: Die Sonne brennt!
Alkohol macht Birne hohl. Typ gibt der Gothicfrau einen aus, hoffnungsvoll. Zu Unrecht. Die Schmitt erzählt die Geschichte von Klein Hühnchen. Kennt das wer?
Das Essen in der Bastei ist gut und preiswert. Wir lachen und Umi liest. Fu und Fara sind heute nicht da. Wir reisen ab!
Dark Flower:
Was ist das für ein Scheiß, was soll das? Wir fliehen nackt in die Nacht.
Sixtina:
“Dahlmann, lass ab, lass ab, du musst doch morgen fahren! Sogar der Gothicfrau fallen die Augen zu. Lass ab!”
Noch ein Absinth (das schmeckt ja gar nicht!) und wir reisen ab!
Der Sonntag war ja so eine Sache. Saftlos wie die schlaffsten Schweine erhoben sich unsere Helden. Es galt, den gröbsten Dreck abzukriegen, damit man sich auch sehen lassen konnte. Die Gothicfrau verkündete, noch in ihrer Unterwäsche, dass sie sich heute besaufen werde und kaufte sich eine Kokosnuss, gefüllt mit Rum und Sperlingslebern. Das ist schließlich gesund!
Dooferweise ließ DKGF ihre Kleidung im Zelt, aber das war nicht schlimm. Wir waren ja auf einem Festival! more…
Am Morgen des Samstages war es soweit. Die Gothicfrau und ihr Assistent, der Riker, sowie auch Bruder Jörg sollten eintreffen. Der Dahlmann puderte sich noch die Nase, während die Schmitt langsam Richtung Tankstelle eierte, mit dem Ziel “die Schweine” in Empfang zu nehmen.
Doch auf dem Weg wurde die Schmitt in ihrer Gemütsruhe erschüttert; ein bleicher Hintern (ohne Höschen), verursacht durch hochgeklappten Lackrock, erschien im Blickfeld ihrer empfindlichen Augen. Schlank, jedoch zeigten sich die vagen ersten Spuren einer Schlaffheit, die von einer gewissen Sportmüdigkeit erzählen konnten.
“Da macht ein Arsch mich vor Zerfall erzittern!”, wimmerte die Schmitt, während eine Amsel in den Bäumen des Agrageländes klagte. Die Vergänglichkeit allen Seins bejammernd (schließlich sind wir ja auf einem (Gothic)festival) umklammerte die Schmitt einen dürren Baum. Dort fand sie der frisch gepuderte Dahlmann. Natürlich kamen wir zu spät zur Tankstelle… more…
Donnerstag war es mal wieder soweit. Die Dahlschmitts packten ihren Kram und beschlossen, sich nach Leipzig zu begeben, wo das legendäre Wave-Gotik-Treffen stattfinden sollte. Dies geschah praktischerweise mit einem Sixt-Auto, da die Bahn für die Ansprüche verwöhnter Studenten und auch Gothics nicht ausreicht. Doch wer kann den Ärger des Dahlmanen ermessen, wenn sich LKWs mit atemberaubender Geschwindigkeit vor den Kühler seines Fiestas drängen? Was kann den Kummer der Schmitt mindern, die fünf Tage auf Kätzchen, die ja die Herrscher aller Universen sind, verzichten muss? more…
Lange hat die Schmitt hier geschwiegen, doch untätig war sie nicht.
Zum einen wurde ein neuer Essay zum Thema “Zwillingsinzest in der mittelalterlichen Literatur und in der modernen Rezeption”, zum anderen eine Kurzgeschichte für den Schreibwettbewerb des Astas “Wettergeschichten” geschrieben. Die Preisverleihung des Schreibwettbewerb war heute und die Schmitt bekam den ersten Preis (Buchgutschein für Thalia) nach dem Vorlesen in die schweißnassen Pfoten gedrückt. Die Gier nach Büchern und literarischer Anerkennung wurde also gestillt.
Die Geschichte wird in der nächsten Astazeitung veröffentlicht und in Bälde hier hochgeladen werden.
Inspiriert von den expressionistischen Wasserleichengedichten habe ich nun selbst ein zartes Gedicht verfasst. Ich habe mich ja erst nicht getraut, es zu veröffentlichen, aber nun ist es soweit.
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und das tut sie auch.
Die Schmitt, die ja auch leben will, veröffentlicht ihre Uni-Arbeiten jetzt beim Grin-Verlag. Die erste dieser Arbeiten ist die Arbeit über das Drehbuch des Films “The Big Lebowski”, welche man ab jetzt hier, oder auch hier käuflich erstehen kann. Ich verspreche dem Leser hiermit einen angemessenen Anteil an Sex und Gewalt in dieser Hausarbeit, die der Dozent mit einer 1,7 benotet hat. ![]()
Demnächst werden auch noch Hausarbeiten über “Feuchtgebiete” und über Prostitution im Mittelalter folgen.
Jede verkaufte Hausarbeit bewahrt einen zukünftigen Germanisten vor Hunger, Kälte und Not. Kaufe auch du eine Hausarbeit, und übernimm auch du eine Patenschaft für einen fleißigen kleinen Geisteswissenschaftler. Sieh dir nur seinen dankbaren Gesichtsausdruck an! :’-)


