Eine Frau sieht rot

Doktor Tod duckte sich hinter seinen Aktenschrank und zerrte gleichzeitig an seinem Freund Vampiro, der leichtsinnigerweise noch wie ein Ölgötze dastand. Fassungslos musste er zusehen, wie Asmodina, die Tochter des Teufels, wie eine Gestörte in seinem Labor wütete. Dabei hatte er doch nur einen kleinen Scherz gemacht …Voller Entsetzen sah er zu, wie Asmodina den gerade frisch eingestellten Laboranten aus Taiwan mit dem Absatz ihrer hochhackigen Pradaschuhe enthauptete. Mit dem Kopf bombardierte sie den ebenfalls niegelnagelneuen Laptop, der noch nicht einmal abbezahlt war. „Warum?“, fragte er sich wieder, als das warme Blut des Taiwanesen in die Tastatur sickerte und es schon etwas angeschmort roch. Vampiro del Mar fing unfreiwillig an zu sabbern. Die wildgewordene Frau war noch nicht fertig. „Doktor Tod, du Sau, komm raus“, brüllte sie, während sie mit Reagenzgläsern nach dem Aktenschrank warf. „Alles für die Katz“, dachte sich der Wissenschaftler. An dieser neuen Schweinegrippevariante hatte er einen ganzen Monat gearbeitet.
Als alle Reagenzgläser verbraucht waren, hielt die Teufelstochter inne, betrachtete ihr blutbesudeltes Kleid und knickte ein wie ein trockener Halm. „Ich bin eine dicke fette Kuh!“, winselte sie, zerrte an ihrem Kleid und brach spontan in Tränen aus. Der Rotz lief ihr aus allen Löchern. Sie weinte gar bitterlich. Zögerlich kamen erst Doktor Tod und dann auch Vampiro del Mar aus ihrem Versteck gekrochen. Gewalt war ja akzeptabel, aber was tat man mit einer weinenden Frau?
„Na, na“, sagte Dr. Tod und tätschelte Asmodina die Schulter. Vampiro kuckte nur doof.
Da ging die Tür auf und Lady X trat ein. „Was ist denn hier los?“, fragte sie in die Runde, ging zu der desolaten Dämonin und reichte ihr eine Packung Tampons sowie ein Taschentuch. „Im Wohnzimmer steht ein schöner Schafgarbentee und gleich gucken wir zwei beide schön ‚Sex and the City‘. Ne Wärmflasche bekommst du auch noch.“ Asmodina trötete in ihr Taschentuch und verließ gehorsam mit Lady X das Labor. „Typisch Männer, ihr seid echt unsensibel“, schalt sie und schloss die Tür. Doktor Tod sah seinen Freund ratlos an. „Und wer macht jetzt die Leiche weg?“


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