Das Blind Date – eine romantische Geschichte aus der Gothicwelt

Sinistro, der Vampir, fand sich, kurz nach dem Aufstehen, in einem modernen Tanzlokal wieder, wo er einer dunkel gekleideten Schönheit gegenübersaß. Er hatte ihr eine Botschaft geschrieben und sie hatte geantwortet. Das freute den Vampir, der auf der Suche nach einer Gefährtin war, mit der er die Nacht durchstreifen und unsicher machen konnte. Dankbar dachte er an seinen Freund Vampiro del Mar, der ihm den Tipp mit dem Internet gegeben hatte. Doktor Tod hatte ihm dann geholfen, seinen Computer zu kaufen und ihn auch angeschlossen. Für irgendetwas musste so ein Doktortitel ja auch gut sein. Sinistro wurde dann auf einer Singleseite für Geschöpfe der Nacht fündig. Sie hatte in ihrer Beschreibung angegeben, dass sie „eine Vampirin“, „verrückt XD“ und „schmerz geil“ sei. Sie hatte passenderweise den Namen „Vampirlady“ gewählt. Sie würden also wunderbar zusammenpassen. Auch Sinistro war ein Vampir. Er hatte seit der Französischen Revolution nicht mehr alle Latten am Zaun und fand es inspirierend, seine Opfer noch ein bisschen zu piesacken, ehe er ihnen den Rest gab.
Doch die erste Überraschung kam bald. „Ich bin die Andrea“, sprach die Schönheit, und er konnte ihren Puls spüren, als sie ihm die Hand gab. „Das ist Beschiss, die lebt ja noch“, dachte der Vampir und begann sich schon ein wenig zu ärgern. Doch ihr üppiger Ausschnitt und das fast durchsichtige Spitzenkleid versöhnten ihn. „Was nicht ist, kann ja noch werden“, beruhigte er sich.
Sie begannen über Hobbys zu sprechen und unser Held fing an, von der Alchemie und Blutmagie zu schwärmen, wovon „die  Andrea *hihi*“ keine Ahnung hatte. Sie sei Model, erzählte sie, sie liebe Shoppen und tanze gern. Sinistro langweilte sich. In ihren Gedanken las er, dass sie bei Rewe an der Kasse saß und „Blutengel“ liebte.  Die Gruppe kannte er nicht, hatte aber von dem Musikkritiker Doktor Tod erfahren, dass diese Musik ähnlich wie die David Hasselhoffs sei. Er krallte sich also an der Hoffnung fest, dass auch sie geistig marode war, und entschied sich zu einem Experiment. Hoffentlich verstand sie Spaß. Er holte also seinen Dolch heraus, nagelte ihre Hand an den Tisch und freute sich über den gelungenen Streich. Ihre panischen Schreie überzeugten den Vampir jedoch, dass sie nicht die Frau fürs Leben war, und er verließ das Lokal. Er vergaß zu bezahlen.


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2 Responses
  1. Fav sagt:

    Grandios! Mehr davon!
    Das grenzt schon an Bieter-Humor. 😉

  2. missanthrop sagt:

    Großartig! Das schwarze Skelett am Nebentisch hat sicher begeistert geweihte Silberkugeln bestellt und den Schmerz ignoriert 🙂
    Lady X

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