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Die Blechtrommel 2008

Die Schmitt, von argem prämenstrualem Kopfgrimmen geplagt, beschloss, die Apotheke ihres Vertrauens aufzusuchen, um dort Erleichterung zu suchen, denn alle Kopfschmerzmittel waren zur Neige gegangen. Glücklich, dort Verständnis und Drogen gefunden zu haben, eilte unsere Heldin noch in einen Supermarkt. „Das erledigt sich ja alles nicht von allein“, dachte sie sich, während ihr edles Haupt noch ein wenig pochte.

Doch der brüchige Anschein der Normalität sollte nicht anhalten. Die scheinbare Ruhe war nur eine trügerische Illusion.
Gerade stand die Protagonistin dieser Geschichte noch ahnungslos zwischen allerlei Waren herum, da geschah das Unsägliche: Ein gräßlicher Gnom mit verschmiertem Maul wurde in einem Gefährt um die Ecke gefahren, frontal auf die Schmitt zu. Geschoben wurde er von einer Sklavin, die die garstige Kreatur scheinbar durch Geisteszauber überwältig hatte. Während die Schmitt sich noch vor Angst hinter ein Regal kauerte, deutete das dämonische Wesen auf ein Regal, dessen Waren es interessierten. Als seine Dienerin seinem Wunsch nicht schnell genug entsprach, öffnete das Geschöpf sein blutrotes Maul. Die Schmitt wimmerte noch: „So lass doch ab, so lass doch ab“. Der Gnom, dies sehend, hielt kurz inne und verzog seine riesige Mundpartie zu einem diabolischen Lächeln.

Die nächsten Geschehnisse kann ich kaum niederschreiben, so sehr zittern meine Hände.

Ein gräßlicher Schrei ertönte, der die Erde beben ließ, so schrill, und gleichzeitig ging er auch durch alle Knochen. Die Schmitt fiel zu Boden und blutete aus Ohren und Nase, war drei Runden benommen und ließ den guten Fisch, der ja nur drei Punkte hat und von dem man so viel essen kann, wie man will, fallen. Sie taumelte orientierungslos in Richtung  Gemüseabteilung, was schlimmere Schäden verhinderte, da sie sich nicht mehr im Epizentrum des markerschütternden Schreies befand. Zusammengebrochen im Rosenkohl sah sie, wie in der Spirituosenabteilung alle Flaschen platzten und einigen Kunden des Supermarktes allerlei Gliedmaßen abtrennten. Angestellte nutzen den Alkohol, um Wunden zu desinfizieren, und brannten die Armstümpfe mit Fackeln aus. Ein Kleriker wurde gerufen, der den Schwerverletzten den letzten Segen geben  und auch den Urheber des Schreis bannen sollte.

Der diabolische Gnom beschloss derweil, nicht mehr zu wachsen. Danach klatschte er in seine pummeligen Hände und lachte glücklich über sein grausames Werk. Inzwischen hatte er eine Capri-Sonne erhalten und saugte daran. Sein Schreien musste er zwangsläufig einstellen.
Er gab seiner Sklavin ein Zeichen, dass er zur Weiterfahrt bereit sei. Sie hatte einige Schwierigkeiten, denn das Gefährt ließ sich nicht sofort problemlos über die Leiche einer alten Frau bewegen. Als es dann glückte, verließ das unselige Gespann den Laden. Bezahlt hatten sie nicht, doch der Filialleiter, von Gedärm besudelt, beschloss, dass der Kunde König sei.

Auch die Schmitt, die ihre Blutung mit einer Küchenrolle stillte, beschloss, nicht länger zu bleiben, sammelte ihren Fisch ein und vergaß, zu bezahlen.
Wo die Moral dieser Episode ist, mag ein jeder selbst beurteilen.

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