Archive for » August 18th, 2008«
So, hier ist jetzt meine Bewerbung für ein Hauptseminar zu obigen Thema zu lesen. Hoffentlich geht das mal gut.
Sehr geehrter Professor xxxxxxxxx,
anstößige Literatur zeichnet sich dadurch aus, dass sie wirklich widerlich ist, voller Sex, Gewalt und abnormen Charakteren. Unsäglich abstoßende Menschen schmieren alles mit ihrer Scheiße voll, respektable Karrieretypen ficken und erlegen Nutten, unglaublich hippe, gepiercte junge Damen berichten von Tampontausch und Muschidreck.
So einen Dreck will keiner lesen. Das will man doch überhaupt nicht wissen.
Das Paradoxe ist aber, dass die Leute – und so auch ich – sich für die kranke Scheiße interessieren. Da ist auf der einen Seite eine Faszination für Graumsamkeit, die sicherlich kein neues Phänomen ist, und eine Sensationsgier in Bezug auf Sexuelles, die die Verkaufszahlen der Muschisaftautorin Charlotte Roche und ähnlicher Schmutzfinken begründet.
Aber warum in aller Welt sind alle so wild darauf, Obszönitäten zu lesen?
Und warum gibt es die Gegenfraktion, die die Fäkalwortspucker am liebsten öffentlich hinrichten ließe?
Nichts polarisiert so schön wie Anstößiges. Ich denke, dass es in diesen Büchern um Dinge geht, die menschlich sind, die uns nah sind und die uns betreffen. Die eigene Leiche im Keller, sei es nun eine sexuelle oder eine Aggressionsleiche wird entweder liebevoll analysiert oder verächtlich in den Dreck getreten.
In ihrem Seminar, so hoffe ich, werden wir diesem faszinierendem Thema auf den Grund gehen. In diesem Sinne packe ich jetzt schon mein Scheißeschäufelchen aus.
Jetzt bleibt nur das Problem der Suchbegriffe hier. Im Internet sind nämlich nur Schweine unterwegs. Pfui! O_0
Aber eine Hebung des Niveaus ist möglich:
Nitzsche, Hegel, Kant, Kant, Kant….*g*


