Archive for » Februar, 2007 «

Das Schweigen des Schmittis

Das Schmitti ist wieder einmal beunruhigt und muss seine Gedanken mit der Welt teilen. Gerade im Moment ist es traurig. Ja, es ist traurig, denn es kommt um das Bahnfahren nicht herum. Dort manifestiert sich ein Schrecken, der sich potenziert, denn das Schmitti hasst öffentliche Verkehrsmittel. Diese sind zu dieser Zeit ein Tummelplatz sich abspielender Perversitäten. Stockbesoffene, teilweise welke Menschen fallen aus dem Halse stinkend übereinander her, nur um am nächsten Tag mit Körpersäften und Urin beklebt in einem fremden Bett zu erwachen. Und wo man nächtens noch wollüstig Reisdorff Kölsch aus einem schlaffen Bauchnabel lutschte, da wendet man sich nun entsetzt zur Flucht. Was man mitnimmt, das offenbart sich erst später. Die Hersteller der Pille danach und von Mittelchen gegen die Syphilis frohlocken, kommt es doch zu einem rapiden Anstieg der Verkaufszahlen.
Oh, bemitleidet die armen Bastarde, die nur erfahren, dass ihr Vater ein Clown war. Die armen Kreaturen!

Und doch gibt es Menschen, die andere Geschöpfe ,,Schwein“ nennen. Welch Name für sanfte und freundliche Wesen, die im Stroh hausen und stets wohlwollend und gütig sind, da sie weder gröhlen noch anzügliche Bemerkungen machen, sondern gar lieblich mit dem Rüsselchen wackeln.
So war dem Schmitti heute ein Hängebauchschwein ein Trost. Welch Lichtblick in einer Welt, in der die Menschen die wahren Schweine sind.
Hängebauchschweinchen im Profil  Ein Schweinchen  Zwei Schweinchen

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Germanistenwahnsinn Teil II

Das Schmitti wird jetzt einen neuen Link ergänzen. Wenn Ihr diesem folgt, findet Ihr ein sehr nettes Filmprojekt von wohlerzogenen und artigen jungen Studenten. Das Schmitti möchte darauf hinweisen, dass es jetzt endlich ,,Effi Briest“ lesen wird. Was für eine Bildungslücke.
Blutbengel, sei mein Held!

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Die Vertrollung

Das Schmitti, das sich ins Fitness-Studio begeben hatte, hat Folgendes erkennen müssen: Die innere und äußere Vertrollung greift um sich.
Der Leser wird sich fragen, was denn die Vertrollung ist.
Die innere Vertrollung setzt meines Erachtens wohl ein, wenn der Geist auf Urlaub geht und dieses sich in einem stumpfen Tunnelblick manifestiert. Passiert oft, ist aber wohl normal, gerade bei Leuten, die nicht lesen oder ihr Handy zu sehr lieben.
Das schreckt die Schmitti nicht, die geradezu süchtig nach Büchern ist. Die äußere Vertrollung, die die Menschen mit zunehmendem Alter ergreift, ist jedoch um so grauenhafter. Frauen in des Schmittis Alter nehmen explosionsartig zu, säbeln ihre Haare ab, und das Mädchen, das einst blumenkranzverziert auf der Wiese lustwandelte, wird nicht zur Frau, sondern zu einem Wesen, das Helden für gewöhnlich in Höhlen niederstrecken.
Vertrollung ist wohl das Phänomen, wenn beim Übergang in die nächste Phase ein schrecklicher Unfall passiert; warum, das  kann wohl keiner sagen. Aber Männern passiert das wohl auch, wenn ein Jüngling zu einem bierbäuchigen Etwas wird.
Die Angst vor der Vertrollung trieb das Schmitti heute ins Studio, wo es also, jedes Mal wenn ein Troll vorbei lief, in hektischer Agonie auf dem Stepper trippelte und sich immer wie ein gehetztes Tier ,,30, 30, 30″ vorsagte und sich vornahm, der Vertrollung mit Tapferkeit entgegen zu treten. Das Schlimme ist ja, man kommt sich albern vor. Ja, meine Schwestern, das Leben ist hart. Vielleicht schreibe ich ein Gedicht. Bis zum nächsten Mal. 😉

Der Wahnsinn

Heute möchte ich auf eine weitere Gruppe aufmerksam machen, deren Gram niemand so recht sehen mag: Es sind die kleinen Germanisten, deren Herzen wund sind und deren Seelenheil an einem seidenen Faden hängt.
So traf es sich, dass ich eines Morgens, so um elf, einen Artgenossen (er hatte mit mir ein Seminar besucht) auf mich zutaumeln sah. Er hatte einem Biermixgetränk zugesprochen. Dieses hielt er in der Hand. Er verneigte sich und lallte: ,,Ich bin seit drei Tagen betrunken. Ich werde grade verrückt!“
,,Formblatt 5?“, fragte ich voll des bangen Erschreckens. Doch es verhalte sich anders, erwiderte dieser, er werde ,,nur so“ wahnsinnig.
Ich nickte verständnisvoll und sah, dass sich an seinem Handgelenk eine Handschelle befand. Als ich fragte, aus welchem Schlafzimmer der Ärmste geflohen sei, bekam ich eine gar seltsame Antwort:
,,Ich hab die seit Wochen um und nie fragte mich jemand danach.“ Mit sexuellen Dramen hatte es jedoch wenig zu tun, erfuhr ich. Das arme Wesen grämte sich also nur ob der Gleichgültigkeit der Menschen. Es hatte niemand gefragt. Oh, hätte doch einer gefragt. Welch kalte Welt.

Der Wahnsinn ist kein Einzelfall. Horden von Germanisten sind nicht mehr klaren Verstandes; doch woran liegt dies?
In der letzten Zeit verfallen immer mehr Germanisten dem geistigen Verfall. Doch warum, das weiß bisher niemand. Liegt es an der schlechten Luft in den Hörsälen, gefährlichen Büchern wie dem Nekronomicon oder dem Vorlesungsverzeichnis?
Wer da draußen jetzt die stummen Schreie eines Germanisten hört, der laufe nicht vorbei, sondern gebe ihm ein gutes Buch (bitte nicht Hohlbein!), hole ihm einen Tee und eine warme Decke und höre sich seine Sorgen an. Und fragt, wenn jemand eine Handschelle am Handgelenk trägt!
Rettet die Germanisten, die Welt braucht sie doch! *wimmer*

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